Dienstag, 16. Juni 2015

Die ersten Tage, Wochen, Monate

Die ersten Tage mit unserem Mäuslein waren auf der einen Seite großartig. Es war ein wunderbares Gefühl, dieses kleine Wesen in den Armen zu halten, zu kuscheln und zu küssen. Das Stillen klappte gut. Es war einfach toll.

Auf der anderen Seite machten wir uns große Sorgen, denn die Zuckerwerte des Mäusleins waren zu niedrig, die Gelbsuchtwerte dafür zu hoch. Wir musste zufüttern und das Mäuslein musste eine Nacht in den Inkubator. Wir mussten 2 Nächte länger im Krankenhaus bleiben als üblich und die dann folgenden 2 Tage noch jeweils zum Check der Gelbsuchtwerte.

Doch alles entwickelte sich prima. Das Mäuslein trank ordentlich, nahm gut zu und so überstanden wir auch diese schwierige erste Zeit.

In den ersten Monaten hatte das Mäuslein in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden immer wieder Bauchweh. Wir trugen es viel herum (meist im Fliegergriff), massierten das Bäuchlein und kuschelten viel. Und so gingen auch diese Zeiten vorüber.

Mittlerweile ist das Mäuslein nun schon fast 7 Monate alt und ich möchte keinen einzigen Tag davon missen. Er ist so niedlich, wenn er schlafend neben mir liegt und diese Schmatzgeräusche macht, wenn er an meiner Brust trinkt und dabei so zufrieden aussieht. Wenn er lacht, weil man Quatsch mit ihm macht oder ihn durchkitzelt. Wenn er anfängt zu schimpfen, weil er sich mal wieder auf den Bauch gedreht hat, aber nicht von alleine zurück auf den Rücken kommt. Er ist einfach großartig und ich liebe ihn von ganzem Herzen.

Freitag, 12. Juni 2015

Long time no see - eine Erklärung (Teil 2)

Nun ja. Die Babykugel wuchs und wuchs. Ich achtete penibel auf meine Ernährung, um nicht doch noch Insulin spritzen zu müssen. Verbrachte einen Großteil meiner Zeit damit, in irgendwelchen Arztpraxen zu sitzen und bereitete in der übrigen Zeit alles für die Ankunft des neuen Erdenbürgers vor. Kinderzimmer einrichten, Wand bemalen, Babysachen waschen... eben alles, was man so macht.

Es wurde November und wir feierten den Geburtstag meiner Mama, zu dem ich ihr mit "Alles Gute, fast-Oma" gratulierte. Immerhin waren bis zum errechneten Entbindungstermin (17.12.2014) noch 4 Wochen Zeit. Doch es sollte anders kommen.

Bereits einen Tag nach Mamas Geburtstag - ich hatte mir gerade die Nähmaschine zurecht gestellt, weil ich für die Tochter meiner Freundin ein Geburtstagsgeschenk nähen wollte - bekam ich plötzlich Blutungen. Ich rief bei meiner Gyn an, wo mal wieder keiner ran ging, weil die Praxis geschlossen war. Also fuhr ich ins Krankenhaus. Dort angekommen (ca. 10 Uhr), wurde ich erstmal ans CTG gehangen. Nur ganz leichte Wehen, Herztöne gut, alles normal. Dann ab auf den Stuhl zur Untersuchung. Die Ärztin meinte, das wären Zeichnungsblutungen, ich sollte auf jeden Fall die Nacht da bleiben - entweder es würde losgehen und das Baby kommen oder die Blutungen würden wieder weg gehen.

Bevor ich zum Krankenhaus aufgebrochen war, hatte ich meinem Mann noch eine SMS geschickt,  dass ich Blutungen habe und jetzt erst mal ins Krankenhaus fahren würde. Damit er Bescheid wusste, falls ich mich nicht gleich wieder melden könnte.

Ich wurde also erstmal in ein Wehenzimmer gebracht, bekam von der Hebamme Nr. 1 etwas zu essen und sollte dort - am CTG hängend - abwarten. Mein Mann kam dann auch, ich bekam leichte, aber doch spürbare Wehen und so warteten wir. Irgendwann wurde es Abend und die Hebamme fragte mich, ob ich im Wehenzimmer übernachten wollte oder doch lieber eine Etage darunter auf der Wochenstation. Ich entschied mich für das Wehenzimmer. Mein Mann fuhr dann irgendwann heim, denn er konnte ja in dem Moment ohnehin nix machen und ich konnte ihn ja anrufen, sollte es doch losgehen.

Mittlerweile hatte ich gut spürbare Wehen, aber alles noch gut zu ertragen. Die Hebamme Nr. 2 meinte dann, sollte ich bis Mitternacht noch nicht eingeschlafen sein, sollte ich klingeln, dann würde sie mir ein leichtes Schlafmittel geben. Ich legte mich also ca. 22 Uhr ins Bett, deckte mich zu und versuchte einzuschlafen - erfolglos.

Um 23:45 Uhr spürte ich ein Ploppen in meinem Bauch und mit einem Mal schwamm das ganze Bett. Ich traute mich nicht, mich zu bewegen, weil alles nass war. Ich klingelte nach der Hebamme, die sofort mit der diensthabenden Ärztin in der Tür stand, und teilte ihr mit, dass ich vermutlich soeben einen Blasensprung hatte. Sie hob die Bettdecke an und bestätigte. Es wurde also alles sauber gemacht und ich zog mich um.

Es dauerte nun gar nicht mehr lange und die ersten richtigen Wehen setzten ein. Solche, bei denen ich kurz innehalten und tatsächlich veratmen musste. Ich lief also den Gang auf und ab, traf einige aus meinem Geburtsvorbereitungskurs, die ebenfalls gerade im Kreißsaal waren und veratmete eine Wehe nach der anderen. Ca. halb 2 rief ich meinen Mann an, ob er herkommen wollte und etwa eine Stunde später war er da.

Die Wehen wurden immer heftiger bis ich dann nicht einmal mehr Wehenpausen registrieren konnte und zwischendurch auch 1 oder 2 kleine Blackouts hatte. Da wurde mir dann das erste Mal von Hebamme Nr. 3 ein Schmerzmittel gegeben (ca. halb 5), sodass ich ein wenig Kraft schöpfen konnte. Am Morgen verabreichte mir die Hebamme Nr. 4 intravenös irgendein Mittel, um Infektionen vorzubeugen, weil der Blasensprung nun schon so lange her war. Auf dieses Mittel wurde mir hundeelend und ich musste augenblicklich würgen, woraufhin die Hebamme etwas panisch wurde und die Ärztin rief, die die Gabe des Mittels sofort abbrechen ließ.

Ich wehte also weiter ziemlich heftig vor mich hin, verlangte dann nach einer neuen Dosis Schmerzmittel,  was aber leider nicht mehr anschlug. Die Wehen ließen dann langsam etwas nach bzw. ging es nicht so wirklich mehr weiter und so wurde ich etwa gegen 11 Uhr an den Wehentropf gehangen. Mein Mann fragte die Hebamme dann, wie lange es denn noch dauern würde und sie antwortete,  dass es durchaus noch mindestens 2 Stunden dauern könnte. Also entschieden wir, dass er erst mal mein Auto nach Hause schaffen und sich dann in spätestens einer Stunde von jemandem wieder herbringen lassen würde. (Da ich ja aufgrund der Blutungen selbst mit dem Auto in die Klinik gefahren war, standen ja nun mein Auto und das meines Mannes da herum. Also musste eins irgendwie wieder heim.)

Mein Mann machte sich daher um 11 Uhr auf den Weg nach Hause. Vielleicht 10 Minuten später hatte ich das dringende Bedürfnis, auf Toilette zu gehen und fragte die Hebamme,  ob das okay wäre. Sie meinte, ja, kein Problem. Ich sollte einfach klingeln falls was wäre. Ich saß noch gar nicht richtig auf der Schüssel,  setzte die erste Presswehe ein. Ich klingelte sofort und augenblicklich stand die Hebamme in der Tür. Ich sagte ihr, dass ich pressen müsste, weil ich nicht anders konnte und da half sie mir auf, stellte mich mit den Armen abstützend neben das Bett und sagte mir, wenn die Wehe kommt, solle ich pressen. Das ging vielleicht 3 oder 4 Wehen so. Dann kletterte ich auf das Bett, legte mich auf die Seite und presste und schon kam das Köpfchen. Plötzlich meinte die Hebamme, ich solle mich auf den Rücken drehen, woraufhin ich ihr sagte, dass das doch jetzt nicht ginge. Doch sie meinte, doch,  das geht. Also drehte ich mich auf den Rücken.
Ich wurde gefragt, ob ich mal gucken wollte, aber ich verneinte. Wer will das denn sehen, wie da der kleine Kopf da unten aus einem raus guckt. Nee, nee. Jedenfalls musste ich noch 1 oder 2 mal pressen und so wurde am 21.11.2014 um 11:54 Uhr (4 Wochen zu früh) mein hübscher, kleiner Sohn geboren.

Die Hebamme fragte mich noch, ob ich die Nabelschnur durchschneiden wollte, aber auch das verneinte ich. Ich wollte nur mein Mäuslein endlich bei mir haben. Der Kleine wurde mir dann auch direkt auf die nackte Brust gelegt und eingehuschelt, damit er in Ruhe in dieser Welt und bei seiner Mama ankommen konnte.

Nun kam auch mein Mann wieder, der die heiße Phase nun doch verpasst hatte. Aber letztendlich waren wir beide froh, dass es so gekommen war. Wir waren überglücklich. Dem Baby ging es gut. Mir ging es gut. Es war alles perfekt.

Donnerstag, 11. Juni 2015

Long time, no see - eine Erklärung (Teil 1)

Nun, was soll ich sagen. Es ist eine Ewigkeit her, dass ich was von mir hören ließ. Es tut mir leid.

Ich hatte dieses Blog ja mal angefangen, um meine Gedanken und Gefühle zum Thema Kinderwunsch etwas ordnen und loswerden zu können. Dann bin ich doch tatsächlich auf natürlichem Wege schwanger geworden. Leider war die Schwangerschaft nicht ganz unkompliziert und ich wollte nicht hier vor euch rumheulen, wo ich doch froh sein konnte, dass es überhaupt geklappt hatte.

Inzwischen denke ich, dass das völliger Blödsinn war, denn schließlich ist so ein Blog ja auch für sowas da. Eben um mal alles los zu werden und dann vielleicht wieder etwas klarer denken und sehen zu können. Daher also nun mein Entschluss, doch wieder mit dem Bloggen anzufangen. Und wem's nicht gefällt, der muss ja nicht mitlesen, ne.

Nun also mal ne kurze Zusammenfassung des vergangenen Jahres:

Meine Schwangerschaft verlief teilweise etwas holprig. Ich hatte ja am 17.04.2014 (mittels Pipitest) erfahren, dass ich schwanger bin und war wegen der starken Unterleibsschmerzen zum Arzt gegangen, der mir die Schwangerschaft bestätigte.
Am 05.05.2014 konnte man schon schön das Herzchen schlagen sehen, doch schon am 06.05.2014 hatte ich Blutungen begleitet von Unterleibsschmerzen - Diagnose teilweise Plazentaablösung. Von da an musste ich erstmal zuhause bleiben, liegen, mich schonen und hoffen, dass das Würmchen bei uns bleibt.

Nach 8 Wochen rumgeliege (also ca. Mitte Juli), durfte ich dann doch mal wieder auf Arbeit gehen. Das klappte genau eine Woche, dann bin ich aufgrund heftigster Kopfschmerzen schon wieder bei meiner Gyn gewesen, die mir direkt Beschäftigungsverbot erteilte. Den Rest der Schwangerschaft sollte ich also zuhause bleiben. Nun gut.

Ende September wurde mir dann noch eine schöne Gestationsdiabetes bescheinigt. Von nun an hieß es: kein Obst, keine Säfte, nix mit Zucker, Honig, Marmelade, wenig Kohlenhydrate,  kein Joghurt,  wenig Milchprodukte. Hab ich mich gefreut. Vor und nach den drei Mahlzeiten jeweils pieksen und Blutzucker messen. Aber wenigstens ist mir das Spritzen von Insulin erspart geblieben.